Eine Erneuerung Europas und Deutschlands wird nicht gelingen, wenn diese grundlegenden Einsichten vernachlässigt werden – klasse Artikel von Paul Mueller:
Die regelbasierte Ordnung als Fundament westlicher Zivilisation
Mueller hebt hervor, dass die Herrschaft des Rechts – im Gegensatz zur Willkür Einzelner – eine der größten Errungenschaften der westlichen Kultur war.
=> Zusammenhang von Kultur und Regeln
Mueller betont die symbiotische Beziehung zwischen kultureller Vitalität und einem klaren Regelwerk: Regeln schaffen Raum für Innovation und Verbesserung, während lebendige Kulturen diese Regeln entwickeln und verfeinern.
=> Hayeks Beitrag zur Theorie der Regelbasiertheit
Friedrich A. Hayek wird als zentraler Theoretiker hervorgehoben. In seinem Werk Die Verfassung der Freiheit (hinzuzufügen wäre das dreibändige Recht, Gesetz und Freiheit) erklärt er, wie Gesellschaften gedeihen, wenn Regeln vorhersehbar, stabil, bekannt und für alle gleich gelten – denn das ermöglicht individuelle Freiheit und kreatives Handeln.
=> Gefahr durch kollektivistische Eingriffe
Mueller warnt davor, wie verschiedene Formen des Kollektivismus – etwa durch ESG-, DEI-Vorgaben, Industrie‑ oder Protektionismuspolitik – die Regelherrschaft unterminieren. Statt klarer, allgemeingültiger Regeln treten politisch motivierte Vorgaben, die individuelle Freiheit einschränken und institutionelle Macht stärken.
=> Dezentrale Wissensstrukturen vs. zentralistische Planung
Politik und Regierung haben begrenztes Wissen und Wohlwollen. Wenn sie versuchen, Gesellschaften zentral zu planen, entstehen Fehler. Im Gegensatz dazu erlauben marktwirtschaftliche Prozesse mit dezentralisiertem Wissen, dass sich geeignetere Lösungen entwickeln.
=> Libertät ist kein Allheilmittel – aber unerlässlich
Freiheit bedeutet nicht, dass alle Probleme gelöst werden oder alles gut ist. Angst, Einsamkeit und andere soziale Übel entstehen, wenn eine regelbasierte Ordnung aufgegeben wird. Aber Freiheit gibt Individuen und Gemeinschaften die Möglichkeit, eigene Lösungen zu finden. Mueller mahnt zur Bescheidenheit in gesellschaftlichen Ambitionen: Man sollte sich an bestehenden Regeln orientieren, statt eigene Macht auszuweiten.
Fazit: Paul Mueller plädiert leidenschaftlich für die Wiederbelebung und Verteidigung einer regelbasierten Ordnung – eine Ordnung, die es der Einzelnen erlaubt, frei zu handeln, während gleichzeitig klar definierte, allgemein geltende Regeln ein gerechtes und stabiles Gemeinwesen sichern. Die Herausforderungen durch kollektivistische Einflüsse und zentralisierte Planung bedrohen diese Grundlage – und damit die Freiheit und kulturelle Gesundheit westlicher Gesellschaften.